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Allenbach Folio Februar 2015

Irrtum Nummer 3: Holz ist feuergefährlich Holz ist brennbar – aber ein Holzhaus brennt nicht einfach lichterloh, sobald eine Kerze umfällt. Zuerst brennen immer Teppiche, Vor- hänge, Möbel; das Gebäude selber beginnt erst viel später zu brennen. Natürlich werden Holz- häuser so konstruiert, dass sie nicht sofort ein Raub der Flammen werden, wenn es so weit kommt. Doch allein schon ein richtig dimensio- nierter Holzbalken hält dem Feuer lange stand. Holz enthält anteilsmässig viel Wasser, das bei einem Brand zuerst einmal verdampft werden muss. Ausserdem wirkt die aussen entstehende Kohleschicht wie eine Art Schutzmantel. Unter diesen Bedingungen bleiben Festigkeit und Steifigkeit des verbleibenden Holzes praktisch gleich wie bei Holz von Raumtemperatur. So bleibt selbst eine nicht weiter geschützte Holz- konstruktion auch im Brandfall berechenbar und lange tragfähig. Brandeigenschaften Holz enthält bis zu 15 % Wasser. Bevor sich eine Holzschicht entzünden kann, muss dieses Was- ser verdampfen. Solange bleibt die Temperatur im Holz bei 100 °C. Erst bei etwa 270 °C entzün- det sich Holz. Die Abbrandgeschwindigkeit bei Vollbrand beträgt für die im Bau üblichen Nadelhölzer rund einen Millimeter je Minute; bei Laubhölzern dauert dies etwa doppelt so lang. Holz brennt also langsam ab. Dafür sorgt seine geringe Wärmeleitfähigkeit. Bei in Holz- kohle umgewandeltem Holz sinkt der Wärme- fluss nochmals um über die Hälfte. Gleichgül- tig ob ein Brand mit 500 °C oder 1200 °C wütet, schon ein Zentimeter unter seiner verkohlten Oberfläche bleibt Holz unbeschädigt, und der Restquerschnitt bleibt tragfähig. Zum Vergleich: Stahl verliert ab 450 °C seine Trag- fähigkeit, und die Druckfestigkeit von Beton reduziert sich bei 650 °C um zwei Drittel. Wenn aber ein Tragwerk im Brandfall seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann, ist es verloren und gefährdet Menschen, die noch im Gebäude sind. Dies auch dann, wenn die Tragstruktur selber nicht in Brand gerät. Holz weist hier offensicht- liche und entscheidende Vorteile auf. Sicherheit geht vor Bei Hausbränden ist vor allem der giftige Qualm ein Problem und auch die Ursache von Todesfällen. Qualm aus brennendem Holz ist aber vergleichsweise wenig belastend. Und wissenschaftlich kontrollierte Brandversuche beweisen: Holzbauten sind sicher. Ohne Ein- schränkungen lassen sich Holztragwerke für Einfamilienhäuser, für oberste Geschosse von mehrstöckigen und schliesslich für alle einge- schossigen Bauten erstellen. Bei entsprechen- den Vorkehrungen und wenn die gesetzlich ge- regelten Anforderungen an den Brandschutz erfüllt sind, können heute Bauwerke sogar mit bis zu sechs Geschossen in Holz verwirklicht werden. Denn nicht allein die Geschosszahl und Nutzungsart beeinflussen die Forderungen an den Brandschutz. Konzepte mit Sprinkler- anlagen, sicheren Flucht- und Rettungswegen, sachgemäss angeordneten Brandabschnitten usw. lassen Holz als Baustoff sozusagen überall zu. Dies sind Anforderungen, die übrigens auch für andere Baustoffe gelten. Brandschutznormen gelten landesweit Für die Bauteilklassierung gilt seit 2005 die europäische Klassierung nach den Kriterien Tragfähigkeit REI (R für Résistance), Raum- abschluss (E für Etanchéité) und Wärmedäm- mung (I für Isolation). Dabei ist die Brennbar- keit des Baustoffes kein Klassierungskriterium mehr. Der Baustoff selber spielt demnach keine Rolle mehr, denn die Gebäudesubstanz ist selten Ursache für einen Brand. Massgeblich für die Anforderungen des Brandschutzes sind Gebäudegrösse und mobile Brandlasten, also Nutzungen und eingelagerte Güter. Für10

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